Sprachen sind mehr als Verständigungsmittel - sie sind Gedächtnis, Identität und Ausdruck menschlicher Vielfalt. In seinem Essay untersucht Romedi Arquint die historischen und politischen Kräfte, die Europas Sprachenlandschaft geprägt haben. Im Zentrum steht die Entstehung des Nationalstaates und die Frage, wie aus Sprache ein Instrument politischer Zugehörigkeit, aber auch der Ausgrenzung wurde. Mit scharfem Blick hinterfragt Arquint die überlieferten Vorstellungen von Nation, Staat und Minderheitenschutz. Er zeigt, wie die Ideologie der Einheitssprache entstand und welche Folgen sie bis heute für sprachliche Gemeinschaften hat. Ein persönliches und zugleich politisches Vermächtnis eines mehrsprachigen Rätoromanen - ein Plädoyer für Europas sprachliche Vielfalt und ein Beitrag zum besseren Verständnis des babylonischen Sprachengewirrs.