Der Stummfi lm ist so etwas wie eine 'vergessene' Kunstform. Seine Blütezeit währte nur knapp 30 Jahre, dennoch entwickelte er in dieser Zeit einen überwältigenden Reichtum an filmischen Erzählweisen und legte damit die Grundlage für die moderne Filmkunst.
Von der kuriosen Jahrmarkts-Attraktion über Wochenschau-Beiträge bis zum Dokumentarfilm, vom Slapstick-Spaß und der anarchischen Komödie bis zum episch ausgreifenden Spielfilm - die große Strahlkraft des Stummfilms gründete nicht nur darauf, dass mit ihm erstmals ein allen Menschen zugängliches, demokratisches Informations- und Unterhaltungsmedium entstanden war,
sondern auch auf der kreativen Explosion der beileibe nicht 'sprachlosen' Spielweise der Schauspielerinnen und Schauspieler, die
auf der ganzen Welt verstanden wurde. Welche Gefühle Stummfilmregisseure wie Charlie Chaplin, Buster Keaton oder Friedrich Wilhelm Murnau mit ihren Werken beim Publikum auslösen konnten, lässt sich auch heute noch bei Vorführungen von Stummfilmen mit Live-Musik-Begleitung erfahren.
Lange gab es keine Monografi e des internationalen Stummfilms. Mit 'Königreich aus Licht und Schatten - Geschichte und
Geschichten des internationalen Stummfilms' wird diese Lücke nun geschlossen. Verantwortlich dafür zeichnet ein Filmbesessener,
der eine schier unglaubliche Rechercheleistung vollbracht hat: 16 Jahre lang suchte und sichtete der gelernte Buchhändler Stefan
Auer weltweit noch erhaltene Stummfilme. Das auf diese Weise zusammengetragene Konvolut von fast 6.000 Stummfilmen
katalogisierte er und wählte schließlich 400 Filme für dieses Buch aus.
Die Ästhetik des Stummfilms hat ikonische Bilder geschaffen, die auch heute noch zum Kanon gestalterischer Arbeit gehören. Diese Ikonen zu würdigen und ein Stück weit wieder zum Leben zu erwecken, ist das Ziel dieser faszinierenden Expeditionsreise in die Welt des internationalen Stummfilms.
'Man glaubt, dieses Buch müsste eigentlich schon ewig in den Regalen stehen. Ein Geschenk an uns, die Liebhaber des Stummfilms. Eine wahre Schatztruhe.' (Volker Schlöndorff)