'Es sind die indigenen Völker am Xingu und in ganz Brasilien, die mir ans Herz gewachsen sind. Einst starke Völker wurden im Laufe der vergangenen Jahrhunderte zu Restvölkern und machen heute im Verhältnis zu den 200 Millionen Brasilianern eine verschwindend kleine Minderheit aus. Sie sind nach wie vor in ihrem kulturellen, aber auch physischen Überleben bedroht.
Am Xingu entstanden ab 1972 die ersten Basisgemeinden. Als Bischof habe ich diese Weise, Kirche zu sein, ganz
bewusst gefördert, weil ich einfach der Überzeugung war und bin, dass dieses seelsorgliche Konzept in Amazonien greift und den urkirchlichen Gemeinden ganz nahe kommt.
¿Geborgenheit¿ kommt von ¿bergen¿. Man birgt aber nicht nur Tote, sondern vor allem Verletzte. Unsere Kirche soll zum Hoffnungsanker gerade für verletzte Menschen werden, für Menschen, die an der ¿existenziellen Peripherie¿ leben. Wir wollen sie spüren lassen, dass sie wichtig, mehr noch, dass sie uns Schwestern und Brüder sind. Wir warten nicht auf sie, sondern wir holen sie dort ab, wo sie sind.' Erwin Kräutler | Geborgen in der Ungeborgenheit