Jacob Böhme zählt zu den einflussreichsten Denkern der europäischen Geistesgeschichte; dennoch bleibt sein Werk aufgrund seines dunkel-dialektalen Schreibstils, der Hermetik seiner Themen sowie der bislang unzureichenden editorischen Aufarbeitung schwer zugänglich. Giulia Baldelli beleuchtet erstmals die Entstehungs- und Überlieferungsgeschichte seiner Schriften und untersucht die Veränderungen im Textmaterial sowie die Rolle von Herausgebern, Kopisten und Anhängern. Sie zeigt, wie systematische Bearbeitungen, Segmentierungen und editorische Eingriffe jeweils neue Zugänge zu Böhmes Denken eröffnen.