Lange galten Himmlers Dienstkalender der beiden letzten Kriegsjahre als verschollen - bis man sie in einem russischen Archiv in der Nähe von Moskau fand. Die darin erfolgten Eintragungen sind deshalb so brisant, weil dieser Zeitraum den Höhepunkt der deutschen Gräueltaten an den Völkern Europas markiert. Erstmals werden sie nun durch ausgewiesene Experten für die Geschichte des Holocaust und der NS-Diktatur entschlüsselt und einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Der spektakuläre Fund belegt, wie diese Verbrechen vom Reichsführer-SS initiiert und organisiert wurden. Die Kalendernotizen zeigen zudem, wer an diesen Entscheidungen beteiligt war, wer zum engsten Kreis um Himmler gehörte und wie jene Männer handelten, die Europa zerstörten und für den größten Massenmord der Geschichte verantwortlich sind.
Die Terroragenda des "Dritten Reiches" In den täglichen Aufzeichnungen Heinrich Himmlers spiegeln sich sämtliche Bereiche der NS-Gewaltherrschaft wider. Der Reichsführer-SS setzte seine und Hitlers Vorstellungen von der ethnischen und geografischen »Neuordnung« Europas in Erlasse und Befehle um, die den Tod von Millionen Menschen zur Folge hatten. Der Dienstkalender zeigt einen intriganten, kleinlichen, pedantischen, nachtragenden, schulmeisterhaften, verbissenen und mitunter skurrilen Bürokraten, der zusammen mit zahlreichen Komplizen täglich Mord und Gewalt plante. Der spektakuläre Fund gestattet einen nicht für möglich gehaltenen Blick auf den Organisator des Terrors in den letzten beiden Kriegsjahren und belegt eindrucksvoll die Radikalisierung des untergehenden Regimes.
»Die Geschichte des Holocaust muss nicht neu geschrieben werden. Doch ist nun - nach den Editionen von Himmlers Kalendern für die Jahre 1940 und 1941/42 - die Tätigkeit eines der wichtigsten Akteure des NS-Regimes im Krieg so vollständig und detailliert dokumentiert wie kaum eines anderen.«