Die Leopoldina-Ausgabe ist die erste vollständige historisch-kritische und kommentierte Ausgabe von Goethes naturwissenschaftlichen Schriften. Sie ist systematisch gegliedert und ediert die Textemit den zugeordneten Materialien und ergänzt um zeitgenössische Zeugnisse. Die Ausgabe zeigt zudem Verbindungen auf, die zwischen Goethes naturwissenschaftlichem und literarischem Werk sowie zu den geistigen und wissenschaftlichen Strömungen seiner Zeit bestehen.
Sie ersetzt die zweite Abteilung der Weimarer Sophienausgabe von Goethes Schriften nach neuen, editionsphilologischen Standards und ist ein grundlegendes Arbeitsinstrument auf dem neuesten Stand der Forschung für alle, die sich mit Goethes Schriften und der Naturforschung seiner Zeit befassen. Die abgeschlossene Ausgabe umfasst insgesamt 11 Text- und 18 Kommentarbände sowie zwei Registerbände.
Der Band enthält Ergänzungen und Erläuterungen zu Goethes morphologischen
Schriften aus den Jahren 1825 bis 1832, einer letzten Epoche der Beschäftigung
mit morphologischen Fragestellungen. Sie ist einmal bestimmt durch umfangreiche
Vorarbeiten für eine deutsch-französische Ausgabe botanischer Schriften;
zum anderen durch deren Erscheinen als "Versuch über die Metamorphose der
Planzen/Essai sur la M'tamorphose des Plantes" im Jahr 1831 und zum dritten
durch die lebhafte Anteilnahme am sogenannten "Akademiestreit" vor der
Acad'mie des Sciences in Paris 1831/32, in dem Goethe für Geoffroy de Saint
Hilaire und damit für eine ganzheitliche Naturbetrachtung Partei ergriff.
Insgesamt ist diese Epoche also als eine der Wiederholung und Zusammenfassung
zu sehen. Ausblicke auf die Bereiche von Physiologie, Morphologie und Entwicklungsfragen
hat Goethe auch in dieser Schlussphase immer wieder eröffnet.