"Kann eine Maschine denken?" entfaltet in konzentrierter Form eine der folgenreichsten Fragen des 20. Jahrhunderts. Turing ersetzt die metaphysisch belastete Frage nach dem Denken durch das berühmte "Imitationsspiel" und verschiebt damit die Debatte auf beobachtbares sprachliches Verhalten. In nüchterner, analytischer Prosa verbindet der Text mathematische Präzision, philosophische Argumentation und spekulative Weitsicht. Er steht im Kontext der frühen Kybernetik, der Logik und der entstehenden Computerwissenschaft, wirkt jedoch bis in heutige Diskussionen über künstliche Intelligenz fort. Alan Turing, britischer Mathematiker, Logiker und Kryptanalytiker, war durch seine Arbeiten zur Berechenbarkeit und zur Turingmaschine einzigartig vorbereitet, diese Frage zu stellen. Seine Erfahrungen mit realen Rechenmaschinen, formalen Verfahren und menschlicher Problemlösung prägten seinen Blick auf Intelligenz als Prozess statt als geheimnisvolle Substanz. Auch seine Kriegsarbeit in Bletchley Park schärfte sein Verständnis für Mustererkennung, Sprache und algorithmische Strategien. Dieses Buch empfiehlt sich allen Leserinnen und Lesern, die den Ursprung moderner KI-Debatten verstehen wollen. Es bietet keine bloße historische Kuriosität, sondern ein begriffliches Instrumentarium, das weiterhin herausfordert, klärt und provoziert.